Donnerstag, 31. Oktober 2013

Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr



Hallo Leseratten,
Auf Empfehlung von vielen meiner Freunde, habe ich jetzt auch endlich einmal „Ein Ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes gelesen. Das Buch habe ich mir dann natürlich bei einer Freundin ausgeliehen. Danke, übrigens. Auch wenn ich nicht weiß, ob sie das überhaupt liest. Das Buch hat 528 Seiten ist broschiert, im rororo-Verlag erschienen und kostet 14,95€. Ich beginne am besten erst einmal mit dem Einband der mir wirklich gut gefallen hat, mit der Frau, die eine Taube - ich glaube jedenfalls, dass es eine Taube ist - freilässt.  Außerdem gefallen mir die roten Blumen auf dem schwarzen, beziehungsweise beigen Untergrund sehr gut. Zu dieser romantisch anmutenden Einbandgestaltung passt dann auch die Schriftart des Titels. Ich muss schon sagen, ich hätte das Buch allein schon wegen des schönen Einbands gelesen. Ich sollte jetzt aber endlich auch einmal zum Inhalt und somit der eigentlichen Rezension kommen! In „Ein ganzes halbes Jahr“ geht es um die 26-jährige Louisa Clark, der ihr Job in einem Café gekündigt wird, weshalb sie sich dann letztendlich entschließt sich als Pflegekraft bei einem körperlich behinderten, jungen Mann zu bewerben. Prompt wird sie dann auch bei Will Traynor, den sie, wegen seiner Launenhaftigkeit, eher unsympathisch findet, eingestellt. Als sich die beiden jedoch langsam näher kommen, erfährt Lousia aus Zufall, dass Will sein Leben, in weniger als sechs Monaten, bei der Sterbehilfe Dignitas, beenden will. Aus diesem Grund versucht sie ihm zu zeigen, wie schön das Leben trotz Behinderung sein kann, um ihn so davon abzubringen, sein Leben zu beenden. Ob ihr dass dann letztendlich auch gelingt, müsst ihr natürlich schon selbst lesen. Zum Buch an sich muss ich sagen, dass es mit einer Leichtigkeit und einem Humor geschrieben ist, der bei einem derartigen Thema kaum zu erwarten ist. Jojo Moyes schafft es außerdem, dass ich richtig mit den Charakteren mitfühlen konnte. Ich konnte mit den beiden Hauptpersonen sowohl lachen, als auch weinen. Das hat mich besonders überzeugt. Denn bei vielen Büchern, die ich in meinem Leben gelesen habe, finde ich, dass die Charaktere der Protagonisten eher platt sind.  Auch konnte man die Handlungen der einzelnen Personen gut nachvollziehen. Dies hat die Autorin dann auch durch verschiedene Sichtweisen geschafft. So ist das Buch zwar hauptsächlich aus Louisas Sicht, in der Ich-Form geschrieben, aber es gibt immer wieder zwischendurch ein Kapitel, das aus der Sicht einer anderen Person, so zum Beispiel Wills Mutter, geschrieben ist. Dadurch werden auch die Handlungsweisen dieser Personen nachvollziehbar. Ein großes Lob habe ich jetzt auch noch, denn diese Geschichte hat mich mal wirklich in ihren Bann gezogen, dass ich begonnen habe mir darüber Gedanken zu machen, welche Gründe es für körperlich Behinderte gibt, ihr Leben beenden zu wollen. Dies erschien mir davor noch  unmöglich nachvollziehbar. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass diese Lektüre mir die Augen geöffnet hat, und mich dazu gebracht hat, Will zu verstehen und seine Begründungen auch vertreten zu können. Denn eins hat mir dieses Buch gezeigt, nämlich dass die eigenen Entscheidungen und Wünsche, in diesem Fall für viele nicht Betroffene nicht gelten. Es hat mich richtig dazu gebracht einmal zu überlegen, was ich wollen würde, und ob nicht die eigene Meinung des Betroffenen in einem solchen Fall viel zu kurz kommt. Und dazu kommt dann auch noch die moralische Frage, nach der aktiven Sterbehilfe. Das Buch wirft so richtig viele Fragen auf und bringt den Leser meiner Meinung nach richtig zum Nachdenken. Außerdem kann es in diesem Fall auch Meinungsbildend zur aktiven Sterbehilfe sein, denn ich glaube dass ich mich jetzt noch einige Zeit ernsthaft mit diesem schwierigen moralischen Thema auseinander setzen werde. Und obwohl es im Prinzip ein richtiger Schnulzenroman ist, denn es ist und bleibt eine Liebesgeschichte nach Schema F, kann ich das Buch jedem und ich meine wirklich jedem weiterempfehlen. Ich denke, dass das Buch auch für Menschen, die keine Liebesromane mögen, lesenswert sein kann, da es mal wirklich zum Nachdenken anregt. Ich finde, wer es nicht liest verpasst etwas. Und ich bin außerdem schon die ganze Zeit am überlegen, ob es das ist was ich glaube. Ich glaube nämlich, dass dieses Buch es prompt auf meinen ersten Platz schafft. Ich glaube ich habe mein neues Lieblingsbuch gefunden. Und das will wirklich etwas heißen. 
Ich wünsche euch noch einen  schönen Tag 
Und noch viel Spaß beim Lesen

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